Beherzigende Worte!


Vielfach ist bei Bewerbern um eine Beamtenstelle die falsche Ansicht verbreitet, dass ihre bisherigen Kenntnisse zur Erlangung einer solchen Stelle ausreichen würden. Dies ist jedoch ein sehr bedauerlicher Irrtum, und mancher hat schon die Folgen bereuen müssen.

Vor allen Dingen muss der Meldende zur Bekleidung der begehrten Stelle geistig und körperlich befähigt sein, er muss eine gute Allgemeinbildung mitbringen, die es ihm ermöglicht, sich die Fertigkeiten, die in seiner späteren Stellung von ihm verlangt werden, in kurzer Zeit anzueignen.

Hierzu gehört in erster Linie völlige Beherrschung der deutschen Sprache (Grammatik, Orthographie, Interpunktion und das Anfertigen eines tadellosen Aufsatzes), ferner gewandtes und sicheres Rechnen aller vorkommenden bürgerlichen Rechnungsarten und endlich hinreichende Kenntnisse in der Geographie. Diese angeführten drei Punkte bilden in der Regel die Hauptsache der Vorprüfungen.

Aber auch im späteren Beamtenleben werden gerade im Rechnen ziemlich große Anforderungen an den einzelnen gestellt; dieses weiß jeder aus seiner eigenen Praxis. Um nun später flott und sicher rechnen zu können, ist es dringend erforderlich, sich schon frühzeitig mit den einzelnen Rechnungsarten genügend vertraut zu machen. Schnelles und sicheres Rechnen ist eine Kunst, die nur durch fleißiges, eingehendes und vieles Üben erlernt werden kann.

In allen Beamtenstellen, mag es sein, wo es will, ist ein gutes und sicheres Rechnen Haupterfordernis. Schon Friedrich Wilhelm I., der sparsame König von Preußen, verlangte, dass in der Schule neben Religion hauptsächlich Rechnen gelehrt werde und überzeugte sich auch häufig, wie uns die Geschichte hinterlässt, persönlich von den Fortschritten der Schüler hierin.