GSG - Schriftstücke


Klassenbuch
  

Das Klassenbuch war unser ständiger Begleiter während eines gesamten Schuljahres. Es war etwas größer als Din-A4-Format, war in den Klassen 5 und 6 blau, ab Klasse 7 rot und enthielt damals noch alle Informationen, die für einen reibungslosen Schulalltag nötig waren. Das waren eine ganze Menge im Gegensatz zu heute (Datenschutz!). Früher enthielt ein Klassenbuch ein Verzeichnis der in der Klasse unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer, ein Schülerverzeichnis (mit Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum), die Stundenpläne, Ergebnisse der schriftlichen Arbeiten (also die Zensuren), eine Versäumnisliste (Fehlstunden und -tage), eine Verteilung der Klassenämter (Klassensprecher, Klassenbuchdienst, usw.), ein Verzeichnis der Auswärtigen, gelesenen Lektüren, Themen der schriftlichen Arbeiten, Sitzpläne, Wahlpflichtfächer, Termine der Arbeiten und vor allem die Wochenberichte (immer eine Doppelseite pro Woche).
Diese Wochenberichte führten alle Schulstunden der Woche auf mit Stundenthema (was durchgenommen wurde), gestellten Hausaufgaben, Fehlenden, besonderen Vorkommnissen. Das alles mussten die Lehrkräfte bis zum Ende der Schulstunde in Kurzform eintragen. Für das Klassenbuch war ein bestimmter Schüler oder eine besonders zuverlässige Schülerin als "Klassenbuchführer" zuständig. Morgens musste der Klassenbuchführer das Klassenbuch aus dem kleinen Wandregal auf der Kommandobrücke abholen. Zwischen den einzelnen Schulstunden musste er es vom Klassenraum in die Fachräume (Kunst, Musik, Biologie, Physik, Chemie, Sport) und zurücktragen. Während der Schulstunden lag es immer vorne auf dem Lehrerpult und nach der letzten Stunde musste es dann wieder in das Regal auf der Kommandobrücke zurückgestellt werden.


Das Klassenbuch stellte also für uns ein ganzes Jahr unserer (zwischen zwei Buchdeckel gepressten) Schulzeit dar, mit all ihren Höhen und Tiefen, all ihren Erfolgen und Misserfolgen und mit all ihrer Spannung und Langeweile. Es war damit auch gleichzeitig ein Neuntel unserer ganzen Schullaufbahn (im Idealfall). Diese begann in der 5. Klasse mit dem Schuljahr 1972/73 und endete für die meisten erst mit dem Ende des Schuljahrs 1980/81. Die folgende Tabelle gibt dazu einen kurzen Überblick.

Klasse Schuljahr
5 1972 / 1973
6 1973 / 1974
7 1974 / 1975
8 1975 / 1976
9 1976 / 1977
10 1977 / 1978
11 1978 / 1979
12 1979 / 1980
13 1980 / 1981
Sommer bis Sommer des Folgejahres

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 1981 und aller Ehemaligen der Schuljahrgänge 1972 bis 1980 ganz herzlich für die großartige Unterstützung bedanken, die ich bei meiner Suche nach "unseren" alten Klassenbüchern von der Schulleitung des GSG, von der Schulleiterin Frau Ipach und ihrem Stellvertreter Herrn Zimmermann erhalten habe. Beide haben sich selbst auf dem dunklen, staubigen und kalten Dachboden des GSG auf Expedition begeben, um über 30 Jahre alte Klassenbücher wiederzufinden. Dass diese so lange aufgehoben wurden, ist für uns als Schüler ein ganz seltener Glücksfall.
GRav


Zeugnis 

Diese Papiere, die am Ende jedes Schuljahres ausgegeben wurden,  waren mit ihrem Vermerk im unteren Drittel "Laut Konferenzbeschluß vom ............................. nicht versetzt / versetzt in die Klasse ........." das Ziel des Strebens eines jeden Schülers. Sie hatten je nachdem was vom Klassenlehrer durchgestrichen wurde, positive oder negative Konsequenzen im Elternhaus zur Folge.


Studienbuch

Ab dem 04.09.1978, also ab dem 1. Halbjahr der Klasse 11, musste jeder ein Studienbuch führen. Darin wurden, streng nach Aufgabenfeld getrennt, alle belegten Kurse zusammen mit dem jeweiligen Kursthema, dem Kurslehrer, der Wochenstundenzahl und der erreichten Punktzahl eingetragen. Wie das genau zu geschehen hatte, wurde vorher in allen Einzelheiten zusammen mit dem Tutor besprochen.






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